Epilog oder das Ende von Etwas
Vor genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle meinen allerersten Eintrag geschrieben. Und obwohl ich in meinem Leben ja gerne manches dem Zufall überlasse, so habe ich den heutigen Tag doch ganz bewusst gewählt, um Abschied zu nehmen.
Ich hatte lange auf diesen Anruf gewartet. Viel zu lange. Als er irgendwann kam, war mir längst klar, dass es nicht mehr weitergehen würde. E. musste dann auch gar nicht viele Worte machen. Ich wusste: Das war’s! Noch am gleichen Abend verabredete ich mich mit Marie. Wir trafen uns im „Lass uns Freunde bleiben“. Wo sonst?
Wir schwelgten ein wenig in Erinnerungen. Ich sah ihr an, dass sie sich um mich sorgte und irgendwann fragte sie mich, wie ich jetzt klar käme. Ich sagte ihr, dass ich mich an das halte, was meine Mutter immer zu Robin und mir gesagt hat. „Seid dankbar für das, was Euch im Leben passiert und klagt nicht über das, was nicht ist, was niemals sein wird.“
Am Tag darauf meldete ich den alten Benz ab, brachte ein rotes Nummernschild an und nahm die Autobahn gen Osten. Jan saß vor der Haustür und schmunzelte als ich in die Hofeinfahrt einbog: „Serdecznie witamy“ rief er mir zu. „Die Garage ist noch frei“!
Natürlich wusste ich nicht gleich was als nächstes kommt. Ich bin nicht der Typ, der immer einen Plan B in der Tasche hat. Die Erleuchtung kam mir neulich abends. Marie und ich waren im Open Air Kino in Kreuzberg. „Absolute Giganten“. Mein absoluter Lieblingsfilm! Die Schlussszene. Auf einmal wusste ich, wie es weitergeht.
Heute ist mein letzter Abend in Berlin. Meine sieben Sachen sind gepackt. Der Zug nach HH geht um 05:09 Uhr. Bleibt mir nur noch eins zu tun: „Salut“ sagen! Gleich kommt Marie vorbei. Ich habe ihr noch nichts vom meiner Entscheidung erzählt. Irgendwie habe ich mich noch nicht getraut. Aber ich bin mir sicher, sie wird mich verstehen.
„Salut“ rufe ich auch allen zu, die mich im letzten Jahr begleitet haben. Vor allem natürlich meinen Schlüsselkindern. Es war eine schöne, aufregende Zeit, die ich niemals vergessen werde. Möge das „Hustle the Sluff“ mit uns sein!

