Der Kreis schließt sich
Es ist nicht viel, was ich Euch heute mitteilen kann. Denn ich bin unheimlich müde. Meine Reise in die eigene Vergangenheit hat mich, ohne dass ich es so richtig gemerkt habe, viel Kraft gekostet. Die letzte Etappe meiner Spurensuche hat mich heute in jene Stadt geführt, in der ich die glücklichsten Jahre meiner Kindheit verbracht habe. Wir haben hier in einem klenen Haus am Hang gewohnt. Von unserem Balkon aus, konnte ich in der Ferne auf dem gegenüberliegenden Hügel, die Züge vorbeifahren sehen. Fast wie bei einer Modelleisenbahn sah das aus.
Mein Bruder und ich haben hier fast jeden Tag Fußball gespielt, Robin sogar im Verein. Er stand im Tor und ich dahinter, wenn seine Mannschaft antrat. Ich war damals noch zu jung und musste mich mit der Rolle des Balljungen begnügen. Ich hatte viel zu zun, denn damals gab es noch keinen Zaun. Jedes Mal, wenn der Ball drüber oder daneben ging, spurtete ich los in den angrenzenden Wald, weil ich nicht wollte, dass Robins Team durch mich Zeit und am Ende sogar das Spiel verlor. Das passierte zum Glück nicht so oft, denn Robin war ein guter Torwart. Heute, als ich da draußen hinter dem Tor stand, spürte ich wieder, wie sehr ich ihn doch vermisse.
Eine Woche ist es jetzt her, da die Briefe bei Euch eingetrudelt sind. Eine Woche, in der wir uns kennengelernt haben und näher gekommen sind. Auf unserem Weg haben wir Abkürzungen genommen, sind Umwege gegangen und haben uns auf Holzwege begeben. Alles in allem sind wir aber weit vorangekommen. Und das ist es, was zählt. Das letzte Stück zum Ziel müsst ihr jetzt allein weitergehen. Ich warte dort auf Euch. Ich hoffe wir sehen uns bald. Beeilt Euch ein bisschen. Macht's gut und danke für alles! Hustle the sluff, Euer Erik.

